Kurzantwort

Wie sollten Affiliate-Links gekennzeichnet werden?

Der kommerzielle Zusammenhang sollte so gekennzeichnet sein, dass Nutzer ihn vor oder spätestens bei der werblichen Handlung erkennen können.

Praktisch heißt das: klare Begriffe, sichtbare Platzierung und ein eindeutiger Bezug zum konkreten Beitrag, Button, Produktkasten oder Link. Ein allgemeiner Hinweis weit entfernt vom eigentlichen Affiliate-Inhalt ist als alleinige Lösung problematisch.

Wichtiger Hinweis

Affiliate-Kennzeichnung ist keine reine Designfrage.

Affiliate-Content kann einen kommerziellen Zweck verfolgen, weil du bei einem Kauf, Lead oder einer anderen vergüteten Aktion profitieren kannst. Dieser Zusammenhang sollte für Nutzer transparent sein.

Die konkrete Ausgestaltung hängt von Format, Gestaltung, Plattform und Einzelfall ab. Deshalb sind die folgenden Beispiele keine pauschale Garantie, sondern praktische Orientierung.

Fünf Grundregeln

So wird der Werbecharakter verständlich.

1. Klar

Verwende eindeutige Begriffe und erkläre bei Bedarf zusätzlich, dass du bei einem Kauf oder einer Aktion eine Provision erhalten kannst.

2. Früh

Verstecke den Hinweis nicht erst am Seitenende oder hinter langer Einleitung, wenn der werbliche Inhalt deutlich vorher beginnt.

3. Nah

Der Hinweis sollte erkennbar zum konkreten Beitrag, Produktkasten, Button oder Link gehören.

4. Lesbar

Schriftgröße, Kontrast und mobile Darstellung sollten so gewählt sein, dass der Hinweis tatsächlich wahrgenommen werden kann.

5. Verständlich

Verlasse dich nicht nur auf Fachbegriffe, Sternchen oder Symbole, deren Bedeutung Nutzer erst erraten müssten.

Plattformlabel zusätzlich nutzen: Funktionen wie „bezahlte Partnerschaft“ oder andere Werbelabel können sinnvoll sein. Prüfe trotzdem, ob der konkrete Affiliate- und Provisionszusammenhang für Nutzer verständlich bleibt.
Formulierungsbeispiele

Beispiele für verschiedene Formate.

Die Formulierungen sind Ausgangspunkte. Entscheidend ist nicht nur der Wortlaut, sondern auch, ob der Hinweis sichtbar und eindeutig dem werblichen Inhalt zugeordnet ist.

Blogbeitrag / Ratgeber

Werbung: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen solchen Link kaufst, kann ich eine Provision erhalten. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Direkt am Button

Zum Anbieter* – darunter: *Affiliate-Link. Bei einem Kauf kann ich eine Provision erhalten.

Instagram oder TikTok

Werbung / Affiliate-Link: Wenn du über den Link in meiner Bio kaufst, kann ich eine Provision erhalten.

Pinterest

Werbung: Der verlinkte Inhalt enthält eine Produktempfehlung beziehungsweise einen Affiliate-Link.

YouTube

Werbung: In der Beschreibung findest du Affiliate-Links. Bei einem Kauf darüber kann ich eine Provision erhalten.

Newsletter

Werbung / Affiliate-Link: Einige Links in dieser E-Mail sind provisionsbasiert. Kaufe nur, wenn das Angebot für dich wirklich passt.

Link-in-Bio-Seite

Werbung: Einige Links auf dieser Seite sind Affiliate-Links. Ich kann bei einem Kauf eine Provision erhalten.

Website und Blog

Ein Hinweis am Anfang hilft – der Bezug zu den konkreten Links muss trotzdem klar bleiben.

Bei längeren Ratgebern kann ein gut sichtbarer Hinweis am Anfang den Rahmen erklären. Zusätzlich sollten Nutzer erkennen können, welche Produktboxen, Buttons oder Links provisionsbasiert sind.

Sinnvoll

  • Hinweis sichtbar vor dem werblichen Teil
  • Affiliate-Zusammenhang verständlich erklärt
  • konkreter Bezug zu Buttons oder Produktboxen
  • mobil genauso deutlich wie am Desktop

Unklar oder riskant

  • nur ein Sternchen ohne Erklärung
  • nur ein Einkaufswagen-Symbol
  • Hinweis ausschließlich im Footer oder Impressum
  • blasse, sehr kleine oder versteckte Hinweise
Social Media und Video

Der Hinweis sollte auch dann verständlich sein, wenn Beschreibungen gekürzt werden.

Auf Social-Plattformen werden Captions und Beschreibungen oft eingeklappt oder gekürzt. Deshalb sollte eine wichtige Kennzeichnung nicht erst nach langer Einleitung oder vielen Hashtags erscheinen.

Caption

Platziere einen klaren Werbehinweis so, dass er nicht erst nach langem Aufklappen sichtbar wird.

Video

Der Hinweis sollte lesbar und ausreichend lange sichtbar sein. Je nach Format kann zusätzlich eine mündliche Einordnung sinnvoll sein.

Profil & Bio

Ein allgemeiner Bio-Hinweis kann ergänzen, ersetzt aber nicht automatisch die Kennzeichnung eines konkreten werblichen Beitrags.

Sonderfälle

Diese Situationen brauchen besonders viel Sorgfalt.

01

Vergleich mit redaktionellem Look

Je neutraler ein Inhalt wirkt, desto wichtiger ist eine klare Trennung zwischen redaktioneller Einordnung und kommerziellem Zweck.

02

Teaser auf Start- oder Kategorieseiten

Wenn bereits der Teaser gezielt zu provisionsbasierten Angeboten führt, sollte auch dort geprüft werden, ob der Werbecharakter deutlich genug erkennbar ist.

03

Gutscheincodes

Auch Codes können einer Empfehlung zugeordnet sein und eine Vergütung auslösen. Der kommerzielle Hintergrund sollte entsprechend transparent bleiben.

04

Geschenkte Produkte und Kooperationen

Affiliate-Provision, kostenlose Produkte und bezahlte Kooperationen können gleichzeitig vorkommen. Die Kennzeichnung sollte den tatsächlichen Hintergrund abbilden.

05

Sensible Branchen

Bei Gesundheit, Finanzen oder Angeboten für Kinder können zusätzliche Anforderungen gelten. Hier ist individuelle fachliche Beratung besonders sinnvoll.

Prüfliste vor Veröffentlichung

Kontrolliere nicht nur den Text, sondern auch die tatsächliche Darstellung.

  • Ist der kommerzielle Zweck vor dem Klick erkennbar?
  • Steht der Hinweis nah am relevanten Inhalt?
  • Verwendest du verständliche Begriffe?
  • Ist die Kennzeichnung auf Mobilgeräten gut lesbar?
  • Funktioniert die Kennzeichnung ohne Hover oder versteckte Zusatzinfos?
  • Ist ein verwendetes Symbol zusätzlich erklärt?
  • Beachtest du Plattform- und Programmbedingungen?
  • Wurde die Darstellung nach Designänderungen erneut geprüft?
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FAQ

Häufige Fragen zur Kennzeichnung von Affiliate-Links.

Reicht der Begriff „Affiliate-Link“ allein?

Nicht jeder Nutzer kennt den Begriff. Verständlicher ist eine zusätzliche Erklärung, dass du bei einem Kauf oder einer Aktion eine Provision erhalten kannst.

Muss jeder einzelne Affiliate-Link gekennzeichnet werden?

Die konkrete Gestaltung hängt vom Kontext ab. Ein klarer Hinweis für einen ganzen Beitrag kann sinnvoll sein, wenn der Zusammenhang zu den provisionsbasierten Links eindeutig bleibt.

Reicht ein Hinweis im Impressum?

Als alleiniger Hinweis ist er weit vom konkreten Affiliate-Inhalt entfernt. Nutzer sollten den kommerziellen Zusammenhang dort erkennen können, wo sie die Empfehlung sehen und nutzen.

Kann ich nur ein Sternchen verwenden?

Ein Sternchen kann ergänzen, wenn die Erklärung gut sichtbar und eindeutig zugeordnet ist. Verlasse dich nicht ausschließlich auf ein Symbol ohne verständlichen Text.

Muss ich trotz Plattform-Werbelabel noch etwas schreiben?

Das hängt vom konkreten Format und Label ab. Nutze das Plattformwerkzeug, prüfe aber zusätzlich, ob der Affiliate- und Provisionszusammenhang tatsächlich verständlich bleibt.

Muss ich Affiliate-Links auch im Newsletter kennzeichnen?

Wenn Affiliate-Links in deinem Programm für E-Mails zulässig sind, sollte auch dort der kommerzielle Zusammenhang transparent und verständlich bleiben.

Was sollte ich tun, wenn ich bei der Kennzeichnung unsicher bin?

Bei unklaren Fällen solltest du nicht auf eine allgemeine Vorlage vertrauen, sondern die konkrete Gestaltung fachlich prüfen lassen.

Quellen und Aktualität

Stand des Ausgangscodes: Juli 2026. Dort wurden insbesondere Informationen der Wettbewerbszentrale, der Medienanstalten und der Gesetzestext zum Digitale-Dienste-Gesetz berücksichtigt. Prüfe bei Veröffentlichung, ob Leitfäden, Rechtsprechung oder gesetzliche Grundlagen aktualisiert wurden.

Im Affiliate-Cluster weitergehen

Transparenz gehört direkt in den Content – nicht als nachträglicher Zusatz.

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