Technisches SEO · Schema.org · Rich Results

Strukturierte Daten einfach erklärt: Schema.org verstehen, einbauen und richtig testen.

Strukturierte Daten geben Suchmaschinen zusätzliche, maschinenlesbare Hinweise darüber, was eine Seite enthält und wie Personen, Unternehmen, Artikel, Produkte oder andere Inhalte zusammengehören. Hier lernst du nicht nur, was Schema.org und JSON-LD bedeuten, sondern auch, welches Markup sinnvoll ist, wie du es kontrollierst und warum ein fehlerfreier Code trotzdem noch kein garantiertes Rich Result bedeutet.

Von Luisa Luer – SEA/SEO-Expertise seit 2014

Kurzantwort

Was sind strukturierte Daten?

Strukturierte Daten sind standardisierte Zusatzinformationen im Quellcode, mit denen du die Bedeutung eines Seiteninhalts genauer beschreibst.

Statt nur Text zu lesen, kann ein System dadurch zum Beispiel erkennen: Das ist ein Artikel, diese Person ist der Autor, dieses Unternehmen ist der Herausgeber und diese Navigationspunkte bilden den Seitenpfad. Dafür wird häufig das Vokabular von Schema.org verwendet. Für Google ist JSON-LD in den meisten Fällen das empfohlene Format.

Drei Begriffe, die oft verwechselt werden

Schema.org, JSON-LD und Rich Results sind nicht dasselbe.

Schema.org = das Vokabular

Schema.org definiert Typen und Eigenschaften wie Person, Organization, Article, Product oder BreadcrumbList.

JSON-LD = das Format

JSON-LD ist eine technische Schreibweise, mit der strukturierte Daten in einem separaten Codeblock hinterlegt werden können.

Rich Result = mögliche Suchdarstellung

Ein Rich Result ist eine erweiterte Darstellung in Google. Nur bestimmte strukturierte Datentypen unterstützen solche Funktionen.

Infografik zum Unterschied zwischen Schema.org, JSON-LD und Rich Results
Schema.org liefert das Vokabular, JSON-LD setzt diese Informationen technisch im Code um und Rich Results sind eine mögliche erweiterte Darstellung in der Google-Suche.
Welche Typen sind sinnvoll?

Du brauchst nicht auf jeder Seite möglichst viel Schema.

Markiere nur Informationen, die auf der Seite tatsächlich vorhanden sind und zum Seitentyp passen.

Organization

Unternehmen beschreiben

Name, URL und weitere eindeutige Unternehmensinformationen maschinenlesbar verbinden.

Person

Autor oder Person kennzeichnen

Hilfreich, wenn klar gezeigt werden soll, welche Person hinter Inhalten oder Fachwissen steht.

WebPage / Article

Seiteninhalt einordnen

Beschreibt eine Webseite beziehungsweise einen redaktionellen Artikel.

BreadcrumbList

Seitenhierarchie zeigen

Beschreibt den Pfad einer Seite innerhalb der Website.

Product

Produkte beschreiben

Kann Produktinformationen wie Preis oder Verfügbarkeit abbilden, wenn sie tatsächlich auf der Seite vorhanden sind.

LocalBusiness

Lokales Unternehmen einordnen

Kann passende Angaben wie Name, Adresse und Unternehmensart maschinenlesbar beschreiben.

FAQPage

FAQ semantisch beschreiben

FAQ-Markup kann technisch gültig sein, bedeutet aber nicht automatisch ein sichtbares FAQ-Rich-Result.

WebSite

Website als Ganzes beschreiben

Verknüpft übergeordnete Website-Informationen mit Organization, Person oder einzelnen WebPages.

Der wichtigste Unterschied

„Schema gültig“ und „für ein Google Rich Result geeignet“ sind zwei verschiedene Prüfungen.

Schema Markup Validator

Prüft Schema.org-Markup allgemein: Syntax, erkannte Typen und Eigenschaften.

Rich Results Test

Prüft Google-spezifisch, welche unterstützten Rich-Result-Typen erkannt werden und ob kritische Fehler bestehen.

URL-Prüfung

Nach der Veröffentlichung kontrollierst du in der Search Console, wie Google die konkrete URL sieht.

Rich-Result-Berichte

Nach dem Crawling kannst du für unterstützte Typen in der Search Console gültige und ungültige Elemente überwachen.

Kostenlose Kontrolltools

Mit diesen vier offiziellen Tools prüfst du strukturierte Daten richtig.

Für Implementierung und Kontrolle reichen zunächst die offiziellen Google- und Schema.org-Werkzeuge.

Google

Rich Results Test

Prüft eine veröffentlichte URL oder direkt eingefügten Code darauf, welche von Google unterstützten Rich Results daraus entstehen könnten.

Nutze es für: Google-spezifische Fehler, Pflichtangaben und Rich-Result-Eignung.
Rich Results Test öffnen
Schema.org

Schema Markup Validator

Validiert Schema.org-Markup unabhängig davon, ob der Typ aktuell ein spezielles Google-Rich-Result unterstützt.

Nutze es für: Syntax, Typen, Eigenschaften und den vollständigen Schema.org-Graphen.
Schema Validator öffnen
Google Search Console

URL-Prüftool

Prüfe nach dem Veröffentlichen, wie Google eine bestimmte URL verarbeitet und ob die aktuelle Live-Version erreichbar ist.

Nutze es für: Live-Test, Indexierungsstatus und Kontrolle nach Änderungen.
Search Console öffnen
Google Dokumentation

Structured Data Gallery

Zeigt, welche strukturierten Datentypen Google aktuell für besondere Suchdarstellungen unterstützt.

Nutze es für: aktuelle Anforderungen, Pflichtfelder und typspezifische Richtlinien.
Google-Galerie öffnen
Praxis-Workflow

So gehst du vom Seitentext bis zur kontrollierten Veröffentlichung vor.

01

Zuerst den echten Seiteninhalt festlegen

Schema beschreibt vorhandenen Inhalt. Kläre deshalb Seitentyp, Autor, Unternehmen, Breadcrumb, Produkt oder andere sichtbare Informationen.

02

Passenden Schema-Typ wählen

Prüfe bei Google, ob es für deinen Inhalt einen unterstützten Rich-Result-Typ gibt.

03

JSON-LD sauber aufbauen

Verwende nur korrekte Angaben und verknüpfe wiederkehrende Entitäten möglichst konsistent über @id.

04

Zuerst Schema.org validieren

Behebe Syntaxprobleme, Tippfehler, falsche Typen und problematische Eigenschaften.

05

Dann Google Rich Results testen

Prüfe, ob Google einen unterstützten Typ erkennt. Kritische Fehler solltest du vor der Veröffentlichung beheben.

06

Veröffentlichen und die echte URL testen

Teste nicht nur den kopierten Code, sondern auch die veröffentlichte URL.

07

Search Console überwachen

Kontrolliere nach dem Crawling die Rich-Result-Berichte und das URL-Prüftool.

Einfaches JSON-LD-Beispiel

So sieht strukturierte Information im Quellcode grundsätzlich aus.

Das Beispiel zeigt nur das Prinzip. Welche Eigenschaften du wirklich brauchst, hängt vom konkreten Seitentyp und den aktuellen Anforderungen ab.

 <script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "Article",
  "headline": "Beispieltitel des Artikels",
  "author": {
    "@type": "Person",
    "name": "Max Mustermann"
  },
  "publisher": {
    "@type": "Organization",
    "name": "Beispielunternehmen"
  }
}
</script> 
Fehler verstehen

Warum dein Markup valide sein kann und trotzdem kein Rich Result erscheint.

Der Typ ist nicht Google-Rich-Result-fähig

Schema.org kennt mehr Typen als Google für spezielle Suchdarstellungen nutzt.

Pflichtangaben für Google fehlen

Ein Typ kann syntaktisch korrekt sein, aber für eine Google-Funktion zusätzliche Eigenschaften benötigen.

Markup und sichtbarer Inhalt passen nicht zusammen

Strukturierte Daten sollten den tatsächlichen Hauptinhalt der Seite repräsentieren.

Mehrere Systeme erzeugen doppelte Daten

Website-Builder, Plugins oder Themes können bereits Markup erzeugen. Prüfe deshalb die veröffentlichte Seite.

Der Code ist korrekt, Google zeigt trotzdem nichts an

Die Eignung für ein Rich Result ist keine Garantie für die tatsächliche Anzeige.

Nur der Code wurde getestet

Ein isolierter Codeblock kann korrekt sein, während die veröffentlichte Seite anders ausgeliefert wird.

Welche Prüfung brauchst du wann?

Nutze nicht jedes Tool für dieselbe Frage.

„Ist mein Schema-Code technisch sauber?“

→ Schema Markup Validator.

„Kann Google daraus ein Rich Result machen?“

→ Rich Results Test.

„Was erkennt Google nach der Veröffentlichung?“

→ Search Console mit URL-Prüfung und Rich-Result-Berichten.

Für IONOS und andere Website-Builder

Prüfe immer den veröffentlichten Quellcode – nicht nur das Feld, in das du JSON-LD eingefügt hast.

Website-Builder können zusätzliches Markup ausgeben. Deshalb ist der URL-Test nach der Veröffentlichung besonders wichtig.

Vor dem Einfügen

Prüfe, ob das Markup zur sichtbaren Seite passt und keine erfundenen Angaben enthält.

Vor Veröffentlichung

Teste den JSON-LD-Code separat im Schema Validator und – falls passend – im Rich Results Test.

Nach Veröffentlichung

Teste die komplette URL erneut. Nur so siehst du, was der Website-Builder tatsächlich ausliefert.

Nach Änderungen

Wiederhole die Prüfung bei wesentlichen Änderungen an Inhalt, Autorenangaben, Navigation oder Produktdaten.

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FAQ

Häufige Fragen zu strukturierten Daten und Rich Results

Verbessern strukturierte Daten automatisch mein Google-Ranking?
Nein. Strukturierte Daten sind kein garantierter Ranking-Booster.
Was ist der Unterschied zwischen Rich Snippet und Rich Result?
„Rich Snippet“ wird weiterhin umgangssprachlich verwendet. Google verwendet heute überwiegend den Begriff „Rich Result“.
Welches Format sollte ich für strukturierte Daten verwenden?
Google unterstützt JSON-LD, Microdata und RDFa. Für die meisten Anwendungsfälle empfiehlt Google JSON-LD.
Kann ich mehrere Schema-Typen auf einer Seite verwenden?
Ja, wenn sie die tatsächlichen Inhalte und Beziehungen der Seite korrekt beschreiben.
Warum zeigt der Schema Validator keinen Fehler, aber der Rich Results Test erkennt nichts?
Der Schema Validator prüft Schema.org allgemein. Der Rich Results Test prüft nur Google-spezifische Rich-Result-Funktionen.
Warum erscheint trotz gültigem Markup keine besondere Darstellung bei Google?
Gültiges Markup macht eine Seite nur grundsätzlich für eine Funktion geeignet. Google garantiert die Anzeige nicht.
Muss FAQPage-Schema auf jede Seite mit FAQ?
Nein. Ein FAQ-Bereich kann auch ohne FAQPage-Markup sinnvoll sein.
Wie kontrolliere ich strukturierte Daten nach einer Änderung?
Teste zuerst den Code, veröffentliche die Änderung, prüfe anschließend die echte URL und überwache danach die Search Console.

Strukturierte Daten sollen Inhalte klarer beschreiben – nicht künstlich größer wirken lassen.

Der sinnvollste Ablauf ist immer derselbe: passenden Seitentyp wählen, sichtbare Inhalte korrekt abbilden, den Code validieren, Google-spezifische Rich Results testen und die veröffentlichte URL anschließend kontrollieren.