Ein klares Problem
Der Käufer sollte schnell verstehen, wobei ihm das Produkt hilft. Je konkreter das Problem, desto leichter lässt sich später auch der Nutzen erklären.
Du brauchst keine völlig neue Erfindung. Eine gute digitale Produktidee entsteht häufig dort, wo Menschen ein wiederkehrendes Problem haben, nach einer verständlichen Lösung suchen oder bei einer Aufgabe Zeit sparen möchten. Auf dieser Seite entwickelst du aus deinem Wissen, deiner Erfahrung oder einem bewährten Prozess eine konkrete erste Produktidee.
Von Luisa Luer – Verkauf über Amazon FBA, Etsy und Digistore24 seit 2018
Eine Idee ist nicht automatisch gut, nur weil sie interessant klingt. Sie sollte ein konkretes Problem lösen, zu einer erkennbaren Zielgruppe passen und sich in ein verständliches Ergebnis übersetzen lassen.
Der Käufer sollte schnell verstehen, wobei ihm das Produkt hilft. Je konkreter das Problem, desto leichter lässt sich später auch der Nutzen erklären.
Das Produkt sollte zu einer Entscheidung, einer fertigen Aufgabe, mehr Klarheit oder einem konkreten nächsten Schritt führen.
Du musst nicht sofort jede Einzelheit kennen. Es sollte aber klar sein, welche Art von Mensch oder Unternehmen von der Lösung profitiert.
Gute Ideen liegen oft näher, als du denkst. Besonders wertvoll sind Situationen, in denen du bereits eine Lösung kennst, regelmäßig dieselbe Frage beantwortest oder einen Ablauf vereinfacht hast.
Überlege, welche Aufgabe dir früher schwergefallen ist und welche Lösung du heute einem Anfänger verständlich erklären könntest.
Wiederkehrende Fragen zeigen, dass andere Menschen an einem bestimmten Punkt nicht weiterkommen oder sich eine verständliche Anleitung wünschen.
Eine Vorlage, Checkliste oder Prompt-Sammlung kann sinnvoll sein, wenn Menschen dieselbe Aufgabe immer wieder neu beginnen müssen.
Ein erfolgreicher Blogartikel, eine Präsentation oder eine häufig genutzte Checkliste kann der Ausgangspunkt für ein umfangreicheres Produkt sein.
Bewerte deine Ideen noch nicht sofort. Schreibe zunächst alles auf, was du erklären, vereinfachen, strukturieren oder als fertige Arbeitshilfe aufbereiten könntest. Vier Blickrichtungen helfen dir dabei.
Was kannst du einem Anfänger verständlich erklären, ohne jedes Mal selbst lange recherchieren zu müssen?
Welches Problem hast du selbst gelöst und welche Schritte hätten dir am Anfang Zeit oder Fehler erspart?
Welche Aufgabe führst du regelmäßig aus und könntest dafür eine Vorlage, Checkliste oder klare Anleitung erstellen?
Wobei bitten dich Kunden, Bekannte, Kollegen oder Follower immer wieder um Hilfe?
Schreibe mindestens zehn mögliche Themen auf. Ein Stichwort reicht zunächst. Markiere anschließend die drei Themen, bei denen du besonders viel Erfahrung hast oder eine konkrete Arbeitserleichterung anbieten könntest.
Versuche nicht, sofort den perfekten Titel, Preis oder vollständigen Inhalt festzulegen. Zuerst brauchst du nur eine klare Arbeitsidee, die im nächsten Schritt auf Nachfrage geprüft werden kann.
Nutze deine Sammlung aus dem vorherigen Abschnitt und wähle drei Themen aus, bei denen du Wissen, praktische Erfahrung oder einen bewährten Ablauf mitbringst.
Aus „Ordnung im Haushalt“ können zum Beispiel fehlende Routinen, überfüllte Schränke, eine unklare Aufgabenverteilung oder ein fehlender Wochenplan entstehen. Wähle pro Idee nur ein Hauptproblem aus.
Beschreibe konkret, was der Käufer nach der Nutzung fertig, entschieden, geplant oder umgesetzt haben soll. „Mehr Klarheit“ ist schwächer als „einen fertigen Wochenplan erstellt haben“.
Wähle das Format nicht nach Geschmack, sondern danach, wie der Käufer das Ergebnis am leichtesten erreicht. Die Entscheidungshilfe im nächsten Abschnitt unterstützt dich dabei.
Nutze die Struktur: „Ich erstelle ein [Produktformat] für [Zielgruppe], das dabei hilft, [Problem] zu lösen und [Ergebnis] zu erreichen.“ Danach vergleichst du die drei Ideen mit der 10-Punkte-Bewertung.
Das Format sollte den Käufer möglichst direkt zum gewünschten Ergebnis führen. Ein E-Book eignet sich für andere Aufgaben als eine Vorlage oder ein Mini-Kurs.
Ein breites Thema wird erst dann zu einer brauchbaren Produktidee, wenn Problem, Zielgruppe, Ergebnis und Produktform klarer werden.
„Social Media“ ist zunächst nur ein Themenbereich. Durch die Eingrenzung entsteht daraus eine Produktidee, die verständlicher und später leichter prüfbar ist.
„Ordnung im Haushalt“ ist zunächst nur ein breites Thema. Durch die Eingrenzung auf Zielgruppe, Problem und gewünschtes Ergebnis entsteht daraus eine konkrete Produktidee.
Bewerte deine drei Ideen getrennt. Vergib pro Frage null, einen oder zwei Punkte. So wählst du nicht nur nach einem spontanen Bauchgefühl aus.
| Prüffrage | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte |
|---|---|---|---|
| Passt das Thema zu meinem Wissen? | Ich müsste fast alles neu lernen | Ich kenne einzelne Teile | Ich kann das Thema sicher erklären |
| Kenne ich das Problem aus der Praxis? | Nur theoretisch | Teilweise | Sehr gut aus eigener Erfahrung oder Kundenarbeit |
| Kann ich ein konkretes Ergebnis nennen? | Nein | Nur ungefähr | Ja, klar und sichtbar |
| Kann ich die Idee verständlich erklären? | Nur mit langer Erklärung | Teilweise | Ja, in einem klaren Satz |
| Möchte ich mich länger damit beschäftigen? | Eher nicht | Vielleicht | Ja, eindeutig |
Stelle die Idee zunächst zurück oder formuliere Problem, Zielgruppe und Ergebnis noch einmal neu.
Die Idee ist brauchbar, aber noch nicht klar genug. Schärfe sie weiter, bevor du die Nachfrage prüfst.
Die Idee ist gut genug vorbereitet, um sie in Schritt 2 gezielt auf Nachfrage zu prüfen.
In Schritt 1 musst du die Nachfrage noch nicht vollständig analysieren. Du solltest aber erkennen können, ob die Idee konkret genug ist, um sie im nächsten Schritt sinnvoll zu prüfen.
Du musst zu Beginn weder das gesamte Produkt fertig planen noch sicher wissen, ob sich die Idee verkaufen wird. Dafür folgen die nächsten Schritte des Lernpfads.
Nein. Entscheidend ist nicht, ob noch niemand ein ähnliches Produkt angeboten hat. Wichtig ist, dass deine Lösung verständlich, nützlich und auf eine konkrete Zielgruppe zugeschnitten ist.
Du kannst mehrere Ideen sammeln. Für die weitere Prüfung solltest du jedoch zunächst eine Idee auswählen, damit du Nachfrage, Zielgruppe und Nutzen gezielt untersuchen kannst.
Noch nicht endgültig. Eine vorläufige Produktform hilft dir beim Denken. Nach der Nachfrageprüfung und der genaueren Zielgruppenanalyse kann sich herausstellen, dass ein anderes Format besser passt.
Beides sollte zusammenpassen. Ein Thema ohne Interesse deiner Zielgruppe ist schwer zu verkaufen. Eine gefragte Idee, die nicht zu deinem Wissen oder Angebot passt, wird dagegen oft schwer glaubwürdig und dauerhaft umzusetzen sein.