Schritt 3 von 8

Zielgruppe und Nutzen für dein digitales Produkt klar festlegen

Nach der Nachfrageprüfung weißt du, dass ein Problem grundsätzlich relevant sein kann. Jetzt legst du genauer fest, für wen dein Produkt gedacht ist, in welcher Situation diese Menschen stecken und welches konkrete Ergebnis sie mit deinem Produkt erreichen sollen. So wird aus einer brauchbaren Idee ein verständliches Angebot.

Von Luisa Luer – Verkauf über Amazon FBA, Etsy und Digistore24 seit 2018

Grundlage

Warum dein Produkt nicht für alle gedacht sein sollte

Je breiter du deine Zielgruppe formulierst, desto unklarer wird meistens dein Produkt. Eine klare Zielgruppe bedeutet nicht, dass ausschließlich diese Menschen kaufen dürfen. Sie hilft dir dabei, Inhalte, Beispiele und Nutzen verständlich auszurichten.

Zu breit

„Für alle, die mehr Ordnung möchten“ sagt wenig über Alltag, Problem oder gewünschtes Ergebnis aus.

Klarer

„Für berufstätige Eltern, denen im Alltag feste Haushaltsroutinen fehlen“ beschreibt eine erkennbare Situation.

Verkaufsrelevant

Je genauer die Situation beschrieben ist, desto leichter erkennt der Käufer, ob das Produkt für ihn hilfreich sein könnte.

Zielgruppe

Beschreibe Menschen über ihre Situation statt nur über Merkmale

Alter, Wohnort oder Geschlecht sind nur dann wichtig, wenn sie das Problem wirklich beeinflussen. Für viele digitale Produkte sind Erfahrung, Ausgangslage, Aufgabe und gewünschtes Ergebnis deutlich hilfreicher.

Diese Fragen helfen dir weiter

  • Welche Aufgabe versucht die Person gerade zu lösen?
  • Was hat sie bereits ausprobiert?
  • Woran scheitert sie bisher?
  • Wie viel Vorwissen bringt sie mit?
  • Was möchte sie nach der Nutzung erreicht haben?

Diese Angaben reichen allein nicht

  • Frauen zwischen 25 und 45 Jahren
  • Selbstständige und Unternehmen
  • Menschen mit Interesse an Organisation
  • alle, die sich verbessern möchten
  • Anfänger und Fortgeschrittene gleichzeitig
Satzvorlage für deine Zielgruppe

Mein digitales Produkt richtet sich an [Personengruppe], die gerade [konkrete Situation oder Aufgabe] bewältigen möchte, aber bisher an [Hürde] scheitert.

Ausgangslage

Trenne das eigentliche Problem von seinen sichtbaren Folgen

Häufig wird nur eine Folge beschrieben. „Ich habe keine Zeit“ kann zum Beispiel daran liegen, dass ein Ablauf fehlt, Entscheidungen immer wieder neu getroffen werden oder Informationen ungeordnet sind.

01

Beobachtbares Problem benennen

Was klappt im Alltag konkret nicht? Formuliere eine Situation, die man erkennen oder beschreiben kann.

02

Ursache dahinter prüfen

Fehlt Wissen, eine Entscheidung, eine Vorlage, eine Reihenfolge, Übung oder ein klarer Prozess?

03

Folgen des Problems festhalten

Welche Zeitverluste, Fehler, Unsicherheiten oder zusätzlichen Kosten entstehen, wenn das Problem ungelöst bleibt?

04

Ein Hauptproblem auswählen

Versuche nicht, mit einem kleinen digitalen Produkt fünf unterschiedliche Probleme gleichzeitig zu lösen.

Nutzen

Formuliere den Nutzen als konkrete Veränderung

Der Nutzen ist nicht einfach der Inhalt deines Produkts. „30 Seiten, fünf Checklisten und zehn Vorlagen“ beschreibt den Umfang. Der Nutzen erklärt, was der Käufer dadurch leichter, schneller oder besser erledigen kann.

Vor der Nutzung

Beschreibe die aktuelle Situation: Was ist unklar, ungeordnet, zeitaufwendig oder noch nicht erledigt?

Nach der Nutzung

Beschreibe das erreichbare Ergebnis: Was ist anschließend entschieden, geplant, erstellt, sortiert oder direkt einsetzbar?

Satzvorlage für den Nutzen

Das Produkt hilft [Zielgruppe] dabei, [konkretes Problem] zu lösen, sodass sie anschließend [sichtbares und realistisches Ergebnis] erreicht.

Beispiele

So werden Zielgruppe und Nutzen konkret miteinander verbunden

Die Beispiele zeigen, wie aus einem allgemeinen Thema eine verständliche Zielgruppe, ein Hauptproblem und ein realistisches Ergebnis entstehen.

Beispiel 1: Haushalts-Workbook

Das Produkt richtet sich nicht allgemein an „Menschen mit wenig Zeit“, sondern an eine klar beschriebene Alltagssituation.

Zielgruppe Berufstätige Eltern, die den Haushalt neben Arbeit und Familie organisieren müssen
Hauptproblem Es fehlen feste Routinen und eine klare Aufgabenverteilung, sodass täglich neu entschieden wird
Nutzen Nach 30 Tagen steht ein einfacher Wochenplan mit kurzen Routinen und klar verteilten Aufgaben

Beispiel 2: Content-Plan als Vorlage

Auch hier wird nicht jeder Selbstständige angesprochen, sondern eine bestimmte Ausgangslage.

Zielgruppe Solo-Selbstständige, die Instagram nutzen möchten, aber jede Woche ohne Plan neu anfangen
Hauptproblem Beitragsideen, Themenkategorien und eine wiederholbare Wochenstruktur fehlen
Nutzen Der Käufer erstellt einen vollständigen 4-Wochen-Plan und kann die Struktur anschließend wiederverwenden
Arbeitsauftrag

Formuliere dein Produkt jetzt in drei klaren Sätzen

Schreibe die Antworten zunächst ohne Werbesprache auf. Es geht nicht um einen perfekten Verkaufstext, sondern um eine belastbare Grundlage für Planung, Inhalte und spätere Vermarktung.

1

Für wen?

Mein Produkt richtet sich an …, die gerade … bewältigen möchten.

2

Welches Problem?

Diese Menschen scheitern bisher daran, dass …

3

Welches Ergebnis?

Nach der Nutzung können sie …

Abschlussprüfung

Prüfe, ob Zielgruppe und Nutzen wirklich klar genug sind

Bevor du dein Produkt planst, sollte eine außenstehende Person verstehen können, für wen es gedacht ist und welches Ergebnis es ermöglicht.

Bereit für Schritt 4, wenn …

  • du eine primäre Zielgruppe benennen kannst
  • du ihre konkrete Ausgangssituation beschreibst
  • ein Hauptproblem klar erkennbar ist
  • das Ergebnis sichtbar und realistisch formuliert ist
  • du Zielgruppe, Problem und Nutzen in wenigen Sätzen erklären kannst

Noch einmal nachschärfen, wenn …

  • dein Produkt weiterhin „für alle“ gedacht ist
  • du nur Alter oder Geschlecht nennst, aber keine Situation
  • mehrere völlig verschiedene Probleme vermischt werden
  • der Nutzen nur aus Seitenzahl, Modulen oder Dateien besteht
  • du ein Ergebnis versprichst, das dein Produkt nicht zuverlässig unterstützen kann
Häufige Fragen

Fragen zu Zielgruppe und Nutzen

Du musst keine künstliche Wunschperson mit Namen, Lieblingsfarbe und Tagesablauf erfinden. Für die Produktentwicklung zählt vor allem die gemeinsame Situation der möglichen Käufer.

Brauche ich eine vollständige Buyer Persona?

Nein. Für den Anfang reichen eine klar beschriebene Personengruppe, ihre Situation, das Hauptproblem und das gewünschte Ergebnis. Zusätzliche Details sind nur sinnvoll, wenn sie deine Produktentscheidung beeinflussen.

Kann mein Produkt mehrere Zielgruppen haben?

Grundsätzlich ja. Für die erste Planung solltest du trotzdem eine primäre Zielgruppe festlegen. Weitere Gruppen kannst du später über eigene Beispiele, Unterseiten oder Produktvarianten ansprechen.

Was ist der Unterschied zwischen Inhalt und Nutzen?

Der Inhalt beschreibt, was im Produkt enthalten ist. Der Nutzen beschreibt, was der Käufer mithilfe dieser Inhalte erledigen, entscheiden oder verbessern kann.

Muss ich ein großes Ergebnis versprechen?

Nein. Ein kleines, realistisches und klar beschriebenes Ergebnis ist glaubwürdiger als ein übertriebenes Versprechen. Dein Produkt sollte genau das Ergebnis unterstützen können, das du nennst.

Lernpfad digitale Produkte

Zielgruppe und Nutzen stehen – jetzt planst du dein digitales Produkt

Weiter zu Schritt 4
1 Produktidee finden
2 Nachfrage prüfen
3 Zielgruppe festlegen
4 Produkt planen
5 Produkt erstellen
6 Preis festlegen
7 Verkauf einrichten
8 Produkt vermarkten