Einstellgebühr
Sie fällt beim Einstellen oder Erneuern eines Artikels an – unabhängig davon, ob der Artikel verkauft wird. Der Eurobetrag schwankt mit dem Wechselkurs.
Ein Verkaufspreis von 2,99 Euro bedeutet nicht, dass dir 2,99 Euro bleiben. Etsy zieht mehrere Gebühren ab, zusätzliche Kosten entstehen möglicherweise durch Werbung, Software, Verpackung, Versand und Steuern. Hier siehst du, welche Kosten du vor der Preisfestlegung berücksichtigen solltest.
Von Luisa Luer – Verkauf über Etsy seit 2018
Für einen Etsy-Shop mit Bankkonto in Deutschland gehören insbesondere Einstellgebühr, Transaktionsgebühr und Zahlungsbearbeitungsgebühr zur Grundkalkulation. Etsy kann Gebühren ändern; prüfe deshalb regelmäßig die offiziellen Preisangaben.
Sie fällt beim Einstellen oder Erneuern eines Artikels an – unabhängig davon, ob der Artikel verkauft wird. Der Eurobetrag schwankt mit dem Wechselkurs.
Sie wird beim Verkauf auf den Bestellbetrag berechnet. Dazu können auch berechneter Versand und Geschenkverpackung gehören.
Für ein deutsches Bankkonto berechnet Etsy Payments diesen prozentualen Anteil plus eine feste Gebühr je Bestellung.
Sie kann anfallen, wenn Shop-Währung und Zahlkonto-Währung voneinander abweichen.
Du zahlst pro Klick. Das Mindest-Tagesbudget beträgt derzeit 1 US-Dollar; die tatsächlichen Kosten hängen von Klicks und Budget ab.
Die Gebühr fällt nur bei einer Etsy zugerechneten Bestellung an. Unterhalb der Umsatzschwelle kann die Teilnahme deaktiviert werden; oberhalb ist sie verpflichtend.
Das Beispiel zeigt zunächst nur die normalen Etsy-Plattformgebühren. Umsatzsteuer, Werbung, Software, Einkommensteuer und weitere individuelle Kosten werden bewusst getrennt behandelt.
Für die Einstellgebühr wird beispielhaft mit rund 0,18 Euro gerechnet. Der tatsächliche Eurobetrag hängt vom Umrechnungskurs zum Buchungszeitpunkt ab.
Beide Werbeformen können zusätzliche Kosten verursachen, funktionieren aber völlig unterschiedlich. Bei Etsy Ads bestimmst du selbst dein Budget. Bei Offsite Ads schaltet Etsy Werbung außerhalb der Plattform und berechnet nur dann eine Gebühr, wenn daraus ein zugeordneter Verkauf entsteht.
Etsy Ads erscheinen direkt auf Etsy, zum Beispiel in Suchergebnissen. Du entscheidest selbst, ob du diese Werbung aktivierst und wie hoch dein maximales Tagesbudget sein soll.
Etsy bewirbt ausgewählte Listings automatisch über externe Kanäle, zum Beispiel Suchmaschinen oder soziale Netzwerke. Du legst dafür kein eigenes Tagesbudget fest.
Startest du mit 1 US-Dollar täglich und lässt die Kampagne jeden Tag laufen, liegt dein theoretisches Monatsmaximum bei ungefähr 30 US-Dollar. Tatsächlich zahlst du nur die Klickkosten, die bis zu deinem Tageslimit entstehen. Ein höheres Budget bedeutet nicht automatisch mehr Verkäufe.
Solange dein Shop in den vergangenen 365 Tagen unter der Etsy-Schwelle von 10.000 US-Dollar liegt, beträgt die Offsite-Ads-Gebühr 15 Prozent. In diesem Bereich kannst du die Teilnahme grundsätzlich deaktivieren.
Sobald dein Shop die Schwelle erreicht, wird die Teilnahme an Offsite Ads verpflichtend. Die Gebühr sinkt auf 12 Prozent. Auch wenn dein Umsatz später wieder unter die Schwelle fällt, bleibt die Teilnahme für diesen Shop verpflichtend.
| Werbeform | Wer entscheidet? | Wann zahlst du? | Kosten |
|---|---|---|---|
| Etsy Ads | Du aktivierst die Werbung und setzt das Tagesbudget. | Bei Klicks auf deine Anzeigen innerhalb von Etsy. | Individuelle Klickkosten bis zu deinem Tagesmaximum. |
| Offsite Ads unter der Schwelle | Etsy schaltet die Anzeigen. Du kannst die Teilnahme grundsätzlich deaktivieren. | Nur bei einem zugeordneten Verkauf. | 15 Prozent des maßgeblichen Bestellbetrags. |
| Offsite Ads ab der Schwelle | Etsy schaltet die Anzeigen; die Teilnahme ist verpflichtend. | Nur bei einem zugeordneten Verkauf. | 12 Prozent des maßgeblichen Bestellbetrags. |
Für Anfänger ist besonders wichtig: Etsy-Gebühren sind nur ein Teil der Kalkulation. Ein Shop kann außerdem laufende Softwarekosten, rechtliche Kosten, Produktionskosten, Versandkosten, Werbekosten und steuerliche Zusatzbelastungen verursachen.
Je nach Tätigkeit können Kosten für Gewerbeanmeldung, Geschäftskonto, Belegorganisation, Buchhaltung und steuerliche Beratung entstehen.
AGB, Widerrufsbelehrung, Datenschutzerklärung, Impressum und laufende Aktualisierung können über einen Anbieter oder Anwalt Kosten verursachen.
Tools für Rechnungen, Belege, Umsatzsteuer und EÜR werden häufig monatlich bezahlt. Der Betrag muss realistisch auf deine Verkäufe verteilt werden.
Zum Beispiel Programme für Produktbilder, digitale Dateien, Mockups, Schriften oder Bildbearbeitung. Kostenlose Versionen reichen nicht immer dauerhaft aus.
Tools wie eRank oder vergleichbare Dienste können bei Keyword-Recherche und Shopanalyse helfen, sind aber zusätzliche freiwillige Betriebskosten.
Bei physischen Produkten gehören Rohstoffe, Zukaufteile, Maschinen, Verbrauchsmaterial, Muster, Fehldrucke und Ausschuss in die Kalkulation.
Karton, Umschlag, Füllmaterial, Etikett, Porto, Tracking, Versandversicherung und mögliche Nachsendungen kosten zusätzlich Geld.
Wer Verkaufsverpackungen in Deutschland in Verkehr bringt, muss je nach Fall Registrierungs- und Systembeteiligungspflichten beachten. Auch kleine Shops können betroffen sein.
Je nach Produkt können Kennzeichnung, Prüfungen, Warnhinweise, Produkthaftung, CE-Themen oder besondere Informationspflichten relevant werden.
Hintergründe, Licht, Kamera, Stativ, Requisiten und Bearbeitungszeit werden häufig vergessen, obwohl gute Bilder auf Etsy besonders wichtig sind.
Preisnachlässe und übernommene Versandkosten senken deinen Erlös. Etsy-Gebühren können trotzdem auf den maßgeblichen Bestellbetrag anfallen.
Rücksendekosten, beschädigte Ware, Ersatzlieferungen und nicht vollständig erstattete Nebenkosten gehören in einen Risikopuffer.
Meta Ads, Pinterest Ads, Contentproduktion, Influencer, Newslettersoftware oder eine eigene Website sind zusätzliche Marketingkosten außerhalb von Etsy.
Produktentwicklung, Herstellung, Listing, Nachrichten, Verpackung, Reklamationen, Buchhaltung und Shop-Pflege dürfen nicht mit null Euro angesetzt werden.
Einkommensteuer und gegebenenfalls Gewerbesteuer werden nicht direkt pro Verkauf von Etsy abgezogen, müssen aber bei deiner langfristigen Gewinnplanung berücksichtigt werden.
Die folgenden Zahlen sind nur ein Rechenbeispiel. Du trägst deine tatsächlichen Kosten und deine tatsächliche Verkaufsmenge ein.
Für deine Kalkulation musst du unterscheiden, ob du auf deine eigenen Verkäufe Umsatzsteuer abführst und ob auf Etsy-Gebühren zusätzlich Reverse Charge zu beachten ist.
Bei 19 Prozent Umsatzsteuer darfst du nicht einfach 19 Prozent vom Bruttopreis abziehen.
Nettopreis = Bruttopreis ÷ 1,19
2,99 Euro ÷ 1,19 = rund 2,51 Euro netto. Die enthaltene Umsatzsteuer beträgt damit rund 0,48 Euro. Bei einem anderen Umsatzsteuersatz musst du den passenden Divisor verwenden, zum Beispiel 1,07 bei 7 Prozent.
Mit dem Umsatzsteuer-Rechner kannst du einen Bruttopreis in Netto umrechnen oder aus einem Nettopreis den passenden Bruttopreis ermitteln. Der enthaltene Umsatzsteuerbetrag wird automatisch angezeigt.
Wenn du regelbesteuert bist, ist in deinem Bruttopreis Umsatzsteuer enthalten. Bei 2,99 Euro und 19 Prozent Umsatzsteuer bleiben rund 2,51 Euro netto. Etwa 0,48 Euro Umsatzsteuer musst du an das Finanzamt abführen.
Wenn du die Kleinunternehmerregelung nutzt, weist du auf deine eigenen Verkäufe keine Umsatzsteuer aus und musst diese deshalb auch nicht aus dem Verkaufspreis herausrechnen.
Auch als Kleinunternehmer kann Reverse Charge bei Etsy-Gebühren oder anderen ausländischen Dienstleistungen greifen. Dann musst du die deutsche Umsatzsteuer auf diese Leistungen selbst berechnen und an das Finanzamt abführen.
Prüfe immer die konkrete Rechnung und den Rechnungsaussteller. Reverse Charge kann neben Etsy-Gebühren auch bei ausländischer Software, Werbung, Hosting oder anderen Online-Diensten relevant sein.
Ein günstiger Preis kann bei digitalen Kleinstprodukten durch die feste Zahlungsgebühr besonders schnell unprofitabel werden.
Material, Herstellung, Verpackung oder produktbezogene Fremdleistungen.
Einstellen, Transaktion, Zahlungsbearbeitung und mögliche Werbung.
Software, Verwaltung, Arbeitszeit und weitere laufende Kosten.
Gewünschter Gewinn plus Reserve für Rabatte, Erstattungen und Schwankungen.
Verkaufspreis = alle zurechenbaren Kosten + deine Arbeitszeit + gewünschter Gewinn + angemessener Puffer.
Rechne vor der Veröffentlichung wirklich alle direkten Kosten, Etsy-Gebühren, Fixkosten, Nebenkosten, Werbekosten, Steuern, deine Arbeitszeit und einen Risikopuffer zusammen. Erst danach legst du deinen Verkaufspreis fest. Sonst kann ein Produkt zwar Verkäufe bringen, aber trotzdem ein Minusgeschäft sein, weil bei jedem Verkauf weniger übrig bleibt, als dich das Produkt tatsächlich kostet.
Eine realistische Kalkulation trennt Plattformgebühren, Steuern, Werbung und eigene Betriebskosten.
Zahlungsbearbeitung und Einstellgebühr werden dabei vergessen.
Der tatsächliche Eurobetrag hängt vom Wechselkurs ab.
Eine zugerechnete Bestellung kann 12 oder 15 Prozent zusätzliche Gebühr verursachen.
Die Verteilung sollte zu tatsächlicher Nutzung, Verkäufen und Zeitraum passen.
Auch digitale Produkte verursachen Erstellung, Support und Pflege.
Erst nach Abzug aller betrieblichen Kosten entsteht ein Gewinn.
Eine allgemeingültige Endsumme gibt es nicht, weil Werbung, Software, Steuerstatus und Verkaufsmenge unterschiedlich sind. Das folgende Beispiel zeigt deshalb drei realistische Stufen.
Transaktionsgebühr, Zahlungsbearbeitung und beispielhaft umgerechnete Einstellgebühr.
Zusätzlich anteilige Kosten für Software, Rechtstexte, Geschäftskonto und andere monatliche Tools.
Zusätzlich mögliche Etsy-Ads-Kosten, Offsite Ads, Reverse Charge und bei Regelbesteuerung die enthaltene Umsatzsteuer.
Annahmen: 100 Verkäufe im Monat, 60 Euro monatliche Fixkosten, Etsy Ads mit rund 30 Euro Monatsbudget und kein Offsite-Ads-Verkauf. Die Einstellgebühr wird beispielhaft mit 0,18 Euro angesetzt.
In diesem Beispiel bleiben von 2,99 Euro ungefähr 1,30 Euro übrig – noch bevor deine eigene Arbeitszeit, Einkommensteuer und mögliche Reverse-Charge-Umsatzsteuer berücksichtigt sind. Wird derselbe Verkauf zusätzlich einer Offsite-Anzeige mit 15 Prozent zugerechnet, kommen rund 0,45 Euro hinzu. Dann bleiben nur noch etwa 0,85 Euro vor den weiteren Steuern und deiner Arbeitszeit. Bei Regelbesteuerung musst du außerdem die im Bruttopreis enthaltene Umsatzsteuer herausrechnen. Bei Kleinunternehmerregelung entfällt diese Umsatzsteuer auf den eigenen Verkauf, Reverse Charge auf ausländische Leistungen kann aber trotzdem anfallen.
Und auch der danach verbleibende Gewinn ist noch nicht automatisch dein privates Nettoeinkommen: Bei einem Einzelunternehmen wird der Jahresgewinn grundsätzlich mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Hast du zusätzlich Einkünfte aus einem Angestelltenverhältnis oder anderen Quellen, wird der Gewinn zu diesen Einkünften hinzugerechnet und kann deinen persönlichen Steuersatz erhöhen.
Mit dem Etsy-Margenrechner kannst du deine eigenen Werte eintragen und prüfen, ob dein Verkaufspreis Etsy-Gebühren, Werbung, Fixkosten, Produktkosten, Arbeitszeit und mögliche steuerliche Zusatzkosten wirklich abdeckt.
Der Rechner ist auf einer eigenen Seite eingebunden. Dort kannst du alle Werte bequem anpassen und dein Ergebnis direkt berechnen.
Die Beträge gelten für einen Shop mit deutschem Bankkonto und können von Etsy geändert werden.
Regelmäßig fallen Transaktionsgebühr und Zahlungsbearbeitungsgebühr an. Die Einstellgebühr wurde bereits beim Einstellen oder Erneuern berechnet.
Nein. Sie fallen nur an, wenn Etsy die Bestellung einer Offsite-Anzeige zurechnet.
Nein. Etsy Ads innerhalb der Plattform können deaktiviert werden. Für Offsite Ads gelten eigene Regeln abhängig vom Etsy-Umsatz.
Das hängt von Absatz, Aufwand und weiteren Kosten ab. Durch die feste Zahlungsgebühr ist der prozentuale Kostenanteil bei sehr günstigen Produkten jedoch besonders hoch.
Prüfe die Etsy-Gebühren vor jeder größeren Preisanpassung erneut.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Gebühren, Umsatzsteuer und Reverse Charge müssen anhand deiner aktuellen Etsy-Belege und deines konkreten Falls geprüft werden.