Amazon Ads · Schritt 7 · Auto oder Manuell

Amazon Ads automatisch oder manuell? So findest du neue Suchbegriffe und steuerst Gewinner gezielt

Automatische und manuelle Amazon-Ads-Kampagnen sind keine zwei konkurrierenden Systeme. Sie lösen unterschiedliche Aufgaben: Auto kann neue Suchbegriffe und Produkt-Targets entdecken, während du in manuellen Kampagnen selbst entscheidest, welche Keywords oder Produkte du gezielt bewerben und wie du sie steuern möchtest.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur „Auto oder Manuell?“, sondern: Welche Kampagne soll entdecken – und welche soll kontrolliert weiterarbeiten? Hier bekommst du einen klaren Entscheidungsweg, Beispiele, Seller-Erfahrungen und einen Ablauf für die Übernahme erfolgreicher Suchbegriffe.

Von Luisa Luer – SEA-Expertin seit 2014

Die kurze Antwort

Auto oder Manuell? Wähle nach Aufgabe – nicht nach Erfahrungslevel

Amazon empfiehlt Einsteigern häufig automatisches Targeting als Startpunkt und nennt Auto gleichzeitig als Quelle für neue Keywords und Produkt-Targets. Wer bereits sehr gute Keyword- oder Konkurrenzdaten besitzt, kann aber zusätzlich oder direkt manuell starten.

Automatisch

Nutze Auto, wenn du entdecken willst

Amazon entscheidet anhand deines Listings, deiner Produktinformationen und bisheriger Einkaufsanfragen, bei welchen Suchanfragen und Produkten deine Anzeige erscheinen kann.

  • neue Suchbegriffe entdecken
  • neue ASINs und Produktumfelder finden
  • Markt- und Suchdaten sammeln
  • ein neues Produkt zunächst breiter testen
Manuell

Nutze Manuell, wenn du gezielt steuern willst

Du bestimmst Keywords oder Produkte selbst und kannst auf Target-Ebene wesentlich bewusster entscheiden, wie viel dir ein Klick wert ist.

  • bekannte relevante Keywords gezielt bewerben
  • bestätigte Suchbegriffe kontrollierter ausbauen
  • Broad, Phrase und Exact bewusst einsetzen
  • bestimmte ASINs oder Kategorien targeten
Die stärkere Antwort ist häufig: Auto UND Manuell

Amazon beschreibt automatische Kampagnen ausdrücklich als Ergänzung zu manuellen Kampagnen. Auto kann weiterhin neue Suchtrends und Targets entdecken, während du bereits bekannte Gewinner in manuellen Kampagnen gezielter steuerst. Das ist etwas anderes als „erst Auto, dann Auto komplett abschalten“.

Für Anfänger: einmal konkret

Du bist in der Amazon-Ads-Konsole: So startest du deine erste Kampagne ohne Rätselraten

Die Oberfläche kann sich verändern, die Grundlogik bleibt aber gleich: Du erstellst eine Kampagne, wählst Sponsored Products, legst das Produkt fest und entscheidest anschließend über Targeting, Gebot, Budget und Laufzeit. Für diese Seite ist vor allem der Moment wichtig, an dem du zwischen automatischem und manuellem Targeting wählst.

Der Klickweg in der Werbekonsole

Amazon beschreibt den Einstieg aktuell in diesen Schritten. Bezeichnungen können je nach Konto oder aktualisierter Oberfläche leicht abweichen.

01
„Kampagne erstellen“ öffnen Wähle als Kampagnentyp „Sponsored Products“.
02
Produkt auswählen Wähle die ASIN beziehungsweise das berechtigte Produkt, das beworben werden soll.
03
Targeting wählen Automatisch, wenn Amazon zunächst passende Suchanfragen und Produkte finden soll. Manuell, wenn du Keywords oder Produkte selbst vorgibst.
04
Gebot festlegen Lege fest, wie viel dir ein Klick maximal wert sein soll. Ändere später nicht mehrere große Stellschrauben gleichzeitig.
05
Budget, Name und Laufzeit festlegen Nutze einen Kampagnennamen, aus dem Produkt, Targeting-Typ und Zweck später noch erkennbar sind.
06
Kampagne starten und dokumentieren Notiere Startdatum, Ausgangsgebot und Ziel. So weißt du später, welche Änderung welches Ergebnis beeinflusst haben könnte.
Du willst die komplette Kampagnenstruktur direkt danebenliegen haben?

Im Amazon Ads Praxisleitfaden zeige ich Research- und Performance-Kampagnen, Suchbegriffauswertung, manuelle Gebotssteuerung, ACoS, Break-even und die laufende Optimierung Schritt für Schritt.

Praxisleitfaden ansehen
Automatisches Targeting

Automatische Kampagne: Amazon testet vier unterschiedliche Targeting-Gruppen

„Automatisch“ bedeutet nicht, dass du keinerlei Einfluss hast. Amazon unterteilt Auto-Targeting in vier Gruppen. Du kannst ein gemeinsames Standardgebot verwenden oder die Gruppen mit unterschiedlichen Geboten steuern.

01

Enge Übereinstimmung · Close Match

Amazon kann deine Anzeige bei Suchanfragen zeigen, die eng mit deinem Produkt verbunden sind. Diese Gruppe liegt häufig näher an deiner direkten Keyword-Relevanz.

02

Entfernte Übereinstimmung · Loose Match

Amazon kann breitere oder semantisch verwandte Suchanfragen testen. Dadurch kann zusätzliche Reichweite entstehen – aber auch mehr Streuung.

03

Ersatz · Substitutes

Deine Anzeige kann im Umfeld von Produkten erscheinen, die Käufer als Alternative zu deinem Produkt betrachten könnten.

04

Ergänzungen · Complements

Amazon kann dein Produkt bei Artikeln zeigen, die Käufer möglicherweise ergänzend zu deinem Produkt kaufen.

Auto ist nicht „unkontrolliert“

Du kannst die vier Targeting-Gruppen getrennt auswerten und unterschiedlich bieten. Wenn beispielsweise Close Match sinnvoll arbeitet, Complements aber kaum relevante Verkäufe bringt, musst du nicht die gesamte Auto-Kampagne gleich behandeln.

Manuelles Targeting

Manuelle Kampagne: Du bestimmst Keywords oder Produkte selbst

Manuelles Targeting gibt dir deutlich mehr Kontrolle über deine Auswahl und die Ergebnisse auf Target-Ebene. Dabei gibt es zwei grundlegende Wege: Keyword-Targeting und Product-Targeting.

Keyword-Targeting

Du wählst Suchbegriffe selbst und legst zusätzlich fest, wie breit Amazon ähnliche Einkaufsanfragen zuordnen darf.

  • Broad für größere Reichweite und Discovery
  • Phrase für stärker eingegrenzte Wortgruppen
  • Exact für gezieltere Suchbegriffssteuerung

Product-Targeting

Du targetest konkrete Produkte, Kategorien, Marken oder weitere Produktmerkmale statt einer Suchwortkombination.

  • einzelne Konkurrenz-ASINs
  • relevante Kategorien
  • Marken und Produktmerkmale
Manuell heißt nicht automatisch „profitabler“

Mehr Kontrolle verbessert deine Möglichkeiten zur Optimierung – garantiert aber kein besseres Ergebnis. Ein manuelles Keyword kann genauso teuer oder unprofitabel sein, wenn Suchintention, Gebot, Listing oder Wirtschaftlichkeit nicht passen.

Die Kombination

Auto entdeckt – Manuell steuert: So können beide Kampagnen parallel arbeiten

Amazon empfiehlt für Neueinsteiger, eine automatische Kampagne ungefähr zwei Wochen laufen zu lassen, bevor eine manuelle Kampagne ergänzt wird. Gleichzeitig weist Amazon darauf hin, dass beide Kampagnentypen parallel erfolgreich eingesetzt werden können.

Aufgabe Automatisch Manuell Was du daraus ableitest
Neue Suchbegriffe finden sehr gut für Discovery Broad/Phrase können ebenfalls neue Varianten liefern Suchbegriffbericht regelmäßig prüfen
Bestätigte Gewinner steuern nur begrenzt auf Suchbegriff-Ebene gezielte Keyword- oder ASIN-Steuerung Gewinner in passende manuelle Struktur übernehmen
Neue Produktumfelder entdecken Substitutes und Complements können Daten liefern Product-Targeting gezielt aufbauen konvertierende ASINs separat testen
Gebote differenzieren nach Auto-Targeting-Gruppe bis auf Keyword-/Target-Ebene manuell granularer steuerbar
Neue Trends auffangen kann laufend neue Suchmuster entdecken muss bewusst erweitert werden Auto muss nach Start von Manuell nicht verschwinden
Vom Suchbegriff zum Target

Auto findet einen Käufer: So übernimmst du den echten Suchbegriff in Manuell

Der entscheidende Datensatz ist nicht nur das hinterlegte Keyword oder die Auto-Gruppe. Im Suchbegriffbericht siehst du, welche tatsächliche Einkaufsanfrage oder ASIN den Klick und gegebenenfalls den Verkauf ausgelöst hat.

01
Auto laufen lassen

Amazon sammelt reale Such- und Produktdaten.

02
Suchbegriffe prüfen

Nicht nur Klicks ansehen, sondern Bestellungen, Umsatz und Kosten.

03
Gewinner bestätigen

Relevante Suchbegriffe mit ausreichend belastbaren Daten auswählen.

04
Manuell übernehmen

Als Keyword oder ASIN in eine kontrollierbare Struktur übertragen.

05
Gezielt weitersteuern

Gebote und Match Types separat beobachten und optimieren.

Suchbegriff ≠ hinterlegtes Keyword

Das Keyword ist dein Target. Der Suchbegriff ist die tatsächliche Eingabe des Käufers. Gerade bei Auto, Broad und Phrase können sich beide deutlich unterscheiden. Deshalb ist der Suchbegriffbericht später eine der wichtigsten Grundlagen für Optimierungsentscheidungen.

Neuere Amazon-Funktion: Leistungsstarke Targets direkt aus Auto in Manuell übernehmen

Amazon bietet in der Werbekonsole inzwischen „verfeinertes Targeting“ für Sponsored Products an. Damit kannst du leistungsstarke Targets aus Kampagnen mit automatischem Targeting direkt in eine separate manuelle Kampagne übernehmen, statt sie ausschließlich über einen exportierten Suchbegriffbericht manuell nachzubauen. Die Funktion ist auch in Deutschland verfügbar und steht laut Amazon unter anderem Sellern, Vendoren, Agenturen und Autoren zur Verfügung. Prüfe vor der Übernahme trotzdem Verkäufe, Kosten und Wirtschaftlichkeit – die Funktion automatisiert den Transfer, nicht deine Entscheidung darüber, ob ein Target wirklich zu deinem Ziel passt.

Zahlenbeispiel

Auto findet einen Suchbegriff mit Verkäufen: Wann lohnt sich die Übernahme in Manuell?

Ein Verkauf allein macht einen Suchbegriff noch nicht automatisch zum Gewinner. Du brauchst mindestens den Zusammenhang aus Relevanz, Klickkosten, Bestellungen, Umsatz und deiner eigenen wirtschaftlichen Grenze.

Beispiel: „yogamatte rutschfest“

12 Klicks
0,65 € durchschnittlicher CPC
7,80 € Werbekosten
2 Bestellungen
29,90 € Verkaufspreis je Produkt
59,80 € zugeordneter Werbeumsatz

Was würdest du jetzt prüfen?

In diesem Beispiel liegt der ACoS bei rund 13 %. Wenn dein Ziel-ACoS beispielsweise 25 % beträgt und der Suchbegriff inhaltlich exakt zu deinem Produkt passt, wäre er ein guter Kandidat für einen gezielten manuellen Test.

Wichtig: Die Zahlen sind nur ein Rechenbeispiel und keine allgemeine Übernahmeregel. Bei einem anderen Produkt können Marge, Retouren, Verkaufspreis, Conversion oder dein Ziel-ACoS zu einer anderen Entscheidung führen.

Übernimmst du den Suchbegriff manuell, dokumentierst du Startgebot und Datum. Danach vergleichst du, ob der Begriff unter der neuen Steuerung weiterhin wirtschaftlich arbeitet – statt ihn nur deshalb höher zu bieten, weil er in Auto bereits verkauft hat.

Vor dem Start wissen

Auto gestartet und später auf Manuell umstellen? Das geht nicht innerhalb derselben Kampagne

Amazon weist ausdrücklich darauf hin: Die Targeting-Strategie wird bei der Kampagnenerstellung gewählt. Sobald die Kampagne live ist, kannst du automatisches Targeting nicht einfach in manuelles Targeting umwandeln – oder umgekehrt.

Auto bleibt Auto

Die bestehende Kampagne kann weiterlaufen und Daten sammeln.

Manuell neu anlegen

Für gezielte Keywords oder Produkte erstellst du eine neue manuelle Kampagne.

Beide getrennt auswerten

So bleiben Discovery und kontrollierte Weiterführung nachvollziehbar getrennt.

Daten lesen

Auto oder Manuell läuft schlecht? Diese Signale zeigen dir, wo du suchen solltest

Einzelne Kennzahlen beweisen selten allein die Ursache. Die Kombination aus Impressionen, Klickrate, Conversion, CPC und ACoS hilft dir aber, mögliche Probleme einzugrenzen.

Viele Impressionen
kaum Klicks

Targeting oder Suchergebnis-Auftritt prüfen

Die Anzeige wird gesehen, aber wenig angeklickt. Prüfe Relevanz des Suchbegriffs, Main Image, Preis, Bewertungen und Konkurrenz in den Suchergebnissen.

Gute CTR
schwache Conversion

Listing und Angebot stärker prüfen

Der Klick zeigt Interesse, aber der Kauf bleibt aus. Das kann auf Preis, Produktdetailseite, Bewertungen, Lieferangebot oder eine falsche Erwartung zwischen Suchanfrage und Produkt hindeuten.

Verkäufe
ACoS zu hoch

Wirtschaftlichkeit statt nur Conversion bewerten

Ein Keyword kann Verkäufe erzeugen und trotzdem zu teuer sein. Jetzt werden CPC, Gebot, Conversion, Verkaufspreis und dein Ziel-ACoS wichtig.

Kaum
Impressionen

Gebot, Relevanz und Reichweite prüfen

Bei manuellen Exact-Targets kann die Reichweite schlicht klein sein. Bei Auto können Listing-Relevanz, Gebote oder Produktberechtigung die Auslieferung begrenzen.

Die ersten 14 Tage

Kampagne gestartet: Was du jetzt beobachten solltest – ohne jeden Tag alles umzubauen

Amazon nennt ungefähr zwei Wochen als möglichen Zeitraum, bevor Einsteiger aus einer Auto-Kampagne eine manuelle Kampagne ergänzen. Das ist kein magischer Zeitpunkt. Entscheidend ist, ob deine Kampagne überhaupt genügend Daten gesammelt hat. Nutze die 14 Tage deshalb als Arbeitsrahmen, nicht als starre Optimierungsregel.

Tag 0

Setup dokumentieren

Kampagnenname, Produkt, Targeting-Art, Startgebot, Gebotsstrategie und Tagesbudget notieren. Ohne Ausgangspunkt kannst du spätere Veränderungen kaum sauber bewerten.

Tag 1–3

Erst prüfen, ob überhaupt ausgeliefert wird

Kommen Impressionen und Klicks? Wenn fast nichts passiert, prüfe Produktberechtigung, Relevanz, Gebot und Reichweite. Noch nicht aus Nervosität fünf Einstellungen gleichzeitig verändern.

Tag 4–7

Suchbegriffe und erste Kosten ansehen

Welche realen Suchanfragen und ASINs erzeugen Klicks? Klar irrelevante Treffer markieren. Bei relevanten Targets nicht nach wenigen Klicks vorschnell urteilen.

ca. Tag 8–14

Gewinner, Verlierer und offene Tests trennen

Verkäufe, CPC, Conversion und ACoS gemeinsam ansehen. Bestätigte Gewinner können in Manuell überführt werden. Schwache Targets werden nicht pauschal nach Kalenderdatum gestoppt, sondern nach Daten und Wirtschaftlichkeit bewertet.

Wenig Klicks nach 14 Tagen? Dann hast du nicht automatisch „genug Daten“

Ein Keyword mit drei Klicks ist nach zwei Wochen nicht plötzlich belastbarer als nach drei Tagen. Zeit ist nur ein Rahmen. Entscheidend ist, wie viele relevante Impressionen, Klicks, Bestellungen und Kosten tatsächlich zusammengekommen sind.

Negatives & Datenmenge

Verlierer ausschließen – aber Discovery nicht nach wenigen Klicks abwürgen

Negatives Targeting kann sowohl in automatischen als auch in manuellen Kampagnen eingesetzt werden. Entscheidend ist, nicht jeden Suchbegriff nach zwei oder drei Klicks vorschnell auszuschließen.

Klar irrelevant?

Ein Suchbegriff, der erkennbar nicht zu deinem Produkt passt, kann unabhängig von einer pauschalen Klickzahl früh ein Kandidat für einen Ausschluss sein.

Relevant, aber noch ohne Verkauf?

Hier solltest du stärker auf Kosten, Klickzahl, Conversion-Erwartung und Datenmenge schauen, statt automatisch nach wenigen Klicks zu pausieren.

Amazon-Empfehlung

Amazon empfiehlt, vor einem negativen Ausschluss die Performance nach mindestens 20 Klicks zu bewerten und negative Targets anschließend mindestens zwei Wochen laufen zu lassen, bevor die Strategie wieder geändert wird.

Seller-Erfahrungen

Was Verkäufer tatsächlich unterschiedlich machen – und warum es nicht nur eine Startstrategie gibt

Amazon beschreibt Auto als starken Einstieg und Discovery-Quelle. In Seller-Communities findest du aber bewusst unterschiedliche Strategien. Genau das ist wertvoll: Die Ausgangslage deines Produkts entscheidet.

AmazonFBA · 2025

Auto für Discovery – aber nicht blind darauf verlassen

In einer Diskussion zum Kampagnenstart berichteten Verkäufer von zwei Ansätzen: Auto zunächst zur Keyword-Entdeckung nutzen oder bei bereits guter Keyword-Recherche direkt mit sehr relevanten manuellen Targets starten. Ein Teilnehmer beschrieb Auto → Manuell nach etwa ein bis zwei Wochen als seinen üblichen Ablauf.

AmazonFBA · 2025

Auto kann je nach Produkt unnötig breit werden

Ein Seller wies darauf hin, dass Auto-Kampagnen bei manchen Produkten irrelevante Suchbegriffe ziehen können. Daraus folgt nicht „Auto ist schlecht“, sondern: Suchbegriffe kontrollieren und nicht voraussetzen, dass Amazons Zuordnung automatisch profitabel ist.

AmazonFBA · 2026

Conversion zuerst betrachten, nicht nur Klickmenge

In einer aktuellen Diskussion zum Suchbegriffbericht empfahl ein Seller, zuerst auf Conversions zu schauen. Hohe CTR bei schwacher Conversion könne eher auf die Produktseite oder das Angebot hinweisen, während eine schwache CTR eher einen Blick auf Targeting und Suchergebnis-Auftritt nahelegt.

Seller-Erfahrungen sind Hypothesen, keine Grenzwerte

Aussagen wie „nach drei Bestellungen immer zu Exact verschieben“ oder „nach 20 Euro ohne Verkauf sofort negativ setzen“ können bei einzelnen Sellern funktionieren, sind aber keine allgemeingültigen Regeln. Dein Produktpreis, CPC, Marge, Conversion und Ziel-ACoS entscheiden darüber, wann Daten ausreichend belastbar sind.

KDP & Bücher

Auto oder Manuell bei KDP: Auch Bücher können beide Wege nutzen

Amazon beschreibt für Autoren ebenfalls automatisches und manuelles Targeting. Bei Manuell kannst du auf Keywords oder konkrete Bücher beziehungsweise Genres ausrichten.

Auto kann Leser-Suchmuster entdecken

Gerade wenn noch wenig Anzeigenhistorie vorhanden ist, kann Amazon über automatische Zuordnung Hinweise darauf liefern, über welche Suchanfragen oder ähnlichen Bücher dein Titel gefunden wird.

Das ersetzt aber nicht die eigene Prüfung: Ein Begriff kann Klicks bringen und für ein Buch trotzdem wirtschaftlich zu teuer sein.

Praxisablauf

Auto und Manuell zusammen nutzen: Ein sauberer Ablauf für neue Produkte

Dieser Ablauf trennt Discovery von gezielter Steuerung. Die Zeitabstände sind keine starre Formel – entscheidend ist, dass ausreichend Daten für deine wirtschaftliche Entscheidung vorhanden sind.

01

Keyword- und Produktbasis vorher vorbereiten

Listing, Amazon SEO und Keyword-Recherche sollten nicht erst durch PPC ersetzt werden. Wer bereits relevante Keywords kennt, kann sie parallel manuell testen.

02

Auto für Discovery starten

Close, Loose, Substitutes und Complements bewusst beobachten und nicht als einen einzigen Datenblock behandeln.

03

Manuelle Kernkeywords parallel oder anschließend testen

Sehr relevante Keywords musst du nicht erst zufällig in Auto entdecken, wenn deine Recherche sie bereits klar bestätigt.

04

Suchbegriffbericht auswerten

Prüfe reale Suchanfragen und ASINs nach Klicks, Verkäufen, Kosten und Wirtschaftlichkeit.

05

Gewinner gezielt übernehmen

Bestätigte Suchbegriffe oder ASINs in eine manuelle Struktur übertragen und dort bewusster weitersteuern.

06

Auto weiter als Discovery-Kanal beobachten

Neue Suchtrends können auch später entstehen. Auto muss deshalb nicht verschwinden, nur weil manuelle Kampagnen existieren.

Anfängerfehler vermeiden

Auto und Manuell eingerichtet? Diese Fehler machen deine Daten unnötig schwer auswertbar

Gerade am Anfang entsteht schlechte PPC-Steuerung oft nicht durch einen einzelnen „falschen“ Wert, sondern dadurch, dass zu viele Dinge gleichzeitig geändert oder Daten falsch interpretiert werden.

1 · Auto einfach wochenlang laufen lassen

Discovery ist nur hilfreich, wenn du den Suchbegriffbericht auch auswertest. Sonst bezahlst du für Daten, die du anschließend nicht nutzt.

2 · Nur Keywords anschauen

Bei Auto, Broad und Phrase entscheidet der echte Suchbegriff darüber, wonach der Käufer tatsächlich gesucht hat.

3 · Nach wenigen Klicks alles pausieren

Einzelne Klicks reichen bei relevanten Suchbegriffen häufig noch nicht für eine belastbare Bewertung. Kosten und Datenmenge müssen zusammen betrachtet werden.

4 · Gebot, Budget und Targeting gleichzeitig ändern

Wenn du mehrere große Variablen gleichzeitig veränderst, weißt du später kaum noch, welche Änderung tatsächlich etwas bewirkt hat.

5 · Manuell mit einer ungeprüften Keyword-Masse starten

Mehr Keywords bedeuten nicht automatisch mehr gute Daten. Starte mit relevanten Begriffen und erweitere strukturiert.

6 · Ein schwaches Listing mit mehr CPC retten wollen

Wenn Klicks kommen, aber niemand kauft, kann die Ursache auf der Produktdetailseite liegen. Höhere Gebote beheben keine schlechte Conversion.

Nächster Schritt

Manuelles Keyword-Targeting gewählt? Dann musst du Broad, Phrase und Exact unterscheiden

Die nächste Supporting Page geht genau in diese Entscheidung: Wie weit darf eine Kundenanfrage von deinem Keyword abweichen – und wann brauchst du Reichweite oder stärkere Kontrolle?

08 · Broad, Phrase & Exact

Match Types verstehen und sinnvoll für Discovery und Performance einsetzen.

09 · Product Targeting

ASINs, Kategorien und Produktumfelder gezielt bewerben.

10 · Negative Keywords

Streuverluste begrenzen, ohne relevante Discovery zu früh abzuschneiden.

Von Auto-Daten zu klaren PPC-Entscheidungen
Du willst nicht nur wissen, was Auto und Manuell sind – sondern genau wissen, was du danach mit deinen Daten machst?

Der Amazon Ads Praxisleitfaden führt dich auf über 100 Seiten durch den kompletten Arbeitsablauf: Keyword- und Target-Recherche, Research- und Performance-Kampagnen, Suchbegriffauswertung, manuelle Gebotssteuerung, ACoS, Break-even, Optimierung und Skalierung. Dazu bekommst du eine Tracking-Vorlage, mit der du Änderungen und Ergebnisse nachvollziehbar dokumentieren kannst.

Research vs. Performance Discovery und bestätigte Gewinner sauber trennen.
Suchbegriffe übertragen Aus Auto, Broad und Phrase konkrete Targets gewinnen.
Manuelle Gebote Gebote bewusst erhöhen, senken oder unverändert lassen.
Tracking-Vorlage Änderungen und Ergebnisse nachvollziehbar dokumentieren.
ACoS & Break-even Verkäufe von tatsächlicher Wirtschaftlichkeit unterscheiden.
Seller + KDP Besonderheiten beider Geschäftsmodelle berücksichtigt.
Amazon Ads Praxisleitfaden ansehen
Amazon Ads Praxisleitfaden von Online Marketing Woman
Auf Amazon sichtbar werden
Auf Amazon sichtbar werden: Alle 20 Themen von Keywords & Listing bis Amazon Ads.

Der Lernweg führt dich von Keyword-Recherche, Amazon SEO, Listing-Optimierung und Helium 10 bis zu Amazon Ads, Targeting, Geboten, Kennzahlen, Optimierung und Skalierung. Die aktuelle Seite ist gelb markiert.

01 Fundament: Keywords, SEO, Listing & Recherche
02 Amazon Ads starten: Grundlagen, Anzeigenformate & Targeting
03 Kampagnen steuern: Struktur, Gebote & Placements
04 Wirtschaftlichkeit, Auswertung & Optimierung
05 Wachstum: Amazon Ads skalieren

Stabile Gewinner kannst du anschließend kontrolliert ausbauen, ohne Wirtschaftlichkeit und Überblick zu verlieren.

Der bezahlte Lernweg beginnt mit den Amazon-Ads-Grundlagen und Sponsored Products. Auf dieser Seite lernst du, wie Auto und Manuell zusammenspielen. Danach geht es mit Match Types, Product Targeting und negativen Keywords weiter.
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu automatischen und manuellen Amazon-Ads-Kampagnen

Sind automatische oder manuelle Amazon Ads besser?

Keine Variante ist grundsätzlich besser. Automatisches Targeting eignet sich besonders zur Discovery neuer Suchbegriffe und Produkt-Targets. Manuelles Targeting gibt dir mehr Kontrolle über ausgewählte Keywords, Produkte und Gebote. Beide können parallel eingesetzt werden.

Wie lange sollte eine automatische Kampagne laufen?

Amazon empfiehlt Einsteigern, eine automatische Sponsored-Products-Kampagne ungefähr zwei Wochen laufen zu lassen, bevor eine manuelle Kampagne ergänzt wird. Entscheidend ist aber, ob bereits genügend Daten für belastbare Entscheidungen vorhanden sind.

Kann ich eine automatische Kampagne später auf manuell umstellen?

Nein. Amazon weist darauf hin, dass sich die gewählte Targeting-Strategie nach dem Kampagnenstart nicht einfach ändern lässt. Für die andere Targeting-Art musst du eine neue Kampagne erstellen.

Sollte ich erfolgreiche Suchbegriffe aus Auto in eine manuelle Kampagne übernehmen?

Amazon empfiehlt, Insights aus dem Suchbegriffbericht automatischer Kampagnen für manuelle Kampagnen zu nutzen. Ein konvertierender und wirtschaftlich sinnvoller Suchbegriff kann dadurch gezielter als Keyword oder Target gesteuert werden.

Muss ich meine automatische Kampagne stoppen, sobald Manuell läuft?

Nein. Amazon beschreibt Auto ausdrücklich als mögliche Ergänzung zu aktiven manuellen Kampagnen. Auto kann weiterhin neue Suchtrends und Produkt-Targets entdecken.

Kann ich auch direkt mit einer manuellen Kampagne starten?

Ja. Wenn du bereits relevante Keywords oder konkrete Produkt-Targets recherchiert hast, kannst du diese direkt manuell testen. Automatische Kampagnen bleiben trotzdem eine zusätzliche Möglichkeit für Discovery.

Quellen & Seller-Erfahrungen

Offizielle Amazon-Informationen und Erfahrungen aus Seller-Communities

Amazon-Quellen liefern Funktionen und Plattformempfehlungen. Community-Beiträge zeigen zusätzliche Arbeitsweisen aus realen Accounts, sind aber keine allgemeingültigen Performance-Regeln.

Amazon kann Targeting-Optionen, Gebotslogik, Berichte, Kampagneneinstellungen und Werberichtlinien verändern. Prüfe vor Änderungen immer die aktuellen Einstellungen in deinem Amazon-Ads-Konto. Amazon-Empfehlungen wie Zeiträume oder Klickzahlen sind Plattformempfehlungen und keine Garantie für Profitabilität. Seller-Erfahrungen sind Einzelfälle und müssen mit deinen eigenen Daten geprüft werden.