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Eine ausführliche Evergreen-Anleitung beantwortet dieselbe Frage wie früher. Du musst sie nicht allein wegen ihres Alters neu schreiben.
Ein Beitrag ist veraltet, ein Produkt nicht mehr verfügbar oder zwei Seiten behandeln fast dasselbe Thema. Was ist jetzt sinnvoll: überarbeiten, zusammenführen, weiterleiten oder entfernen? Hier lernst du, wie du die richtige Entscheidung triffst – ohne unnötige SEO-Verluste zu riskieren.
Von Luisa Luer · Online Marketing Woman
Eine Anleitung von vor fünf Jahren kann heute noch ausgezeichnet sein. Ein Artikel von gestern kann dagegen schon falsch oder nutzlos sein. Für die Suchmaschinenoptimierung zählt deshalb nicht das Veröffentlichungsdatum allein, sondern ob Inhalt, Suchintention und tatsächlicher Nutzen weiterhin zusammenpassen.
Problematisch wird es etwa, wenn ein Ratgeber veraltete Preise oder Rechtsstände nennt, ein nicht mehr verfügbares Produkt als kaufbar ausweist oder zwei ähnliche Seiten Besucher mit widersprüchlichen Antworten verwirren. Das bedeutet aber nicht, dass Google eine gesamte Website automatisch abstraft, nur weil sie ältere Artikel oder reguläre 404-Seiten enthält.
Eine ausführliche Evergreen-Anleitung beantwortet dieselbe Frage wie früher. Du musst sie nicht allein wegen ihres Alters neu schreiben.
Veraltete Screenshots, Produktnamen oder Empfehlungen führen Besucher in die Irre. Eine gezielte Aktualisierung ist häufig die beste Lösung.
Ein längst beendetes Angebot ohne Ersatz und ohne hilfreiche Informationen kann entfernt werden – mit einem passenden technischen Status.
Merke: Lösche Seiten nicht nur wegen weniger Klicks oder eines hohen Alters. Prüfe zuerst, ob die URL noch eine wichtige Suchabsicht abdeckt, als interne Anlaufstelle dient oder nennenswerte Verlinkungen besitzt.
Arbeite nicht aus dem Bauchgefühl heraus. Lege eine einfache URL-Liste an und beginne mit Seiten, die möglicherweise veraltete Aussagen enthalten, thematisch doppelt sind oder technische Auffälligkeiten zeigen.
Die Liste lässt sich in Excel oder einer einfachen Tabelle führen. Eine präzise Ausgangslage hilft dir später, Veränderungen einzuordnen.
Die richtige Maßnahme hängt davon ab, was Besucher heute auf dieser URL erwarten. Dieser Entscheidungsweg führt dich von der inhaltlichen Frage zur technischen Lösung.
Dann verbessere veraltete Fakten, Struktur, Bilder oder interne Links. Veröffentliche nicht unnötig eine zweite URL.
→ Aktualisieren und bestehende URL behaltenVergleiche Nutzen, Rankingdaten und Überschneidungen. Falls eine gemeinsame Seite wirklich besser ist: Inhalte zusammenführen und die entfallende URL passend weiterleiten.
→ Zusammenführen und gegebenenfalls 301 setzenDie alte Adresse wird nicht mehr gebraucht, aber die neue Seite ist ein echter inhaltlicher Ersatz.
→ Dauerhafte 301-Weiterleitung zur ErsatzseiteEtwa eine interne Hilfsseite oder eine öffentlich erreichbare Bestätigungsseite, die keinen eigenständigen Suchnutzen hat.
→ Gegebenenfalls noindex, nicht einfach löschenDann muss keine beliebige Alternative erzwungen werden. Eine echte Nicht-gefunden-Antwort ist in Ordnung.
→ HTTP 404 oder 410 und interne Links bereinigenDie Seite kann mit ehrlichem Verfügbarkeitshinweis, Details, Alternativen oder Benachrichtigungsoption sinnvoll bleiben.
→ Nutzbare Produktseite häufig bestehen lassenWichtig: Mehrere URLs zu ähnlichen Suchbegriffen sind nicht automatisch schädliche Keyword-Kannibalisierung. Entscheidend ist, ob sie wirklich dieselbe Suchintention verfolgen und sich unnötig Konkurrenz machen. Bei Unsicherheit hilft dir unser Leitfaden zum Keyword-Mapping.
Eine schöne Fehlerseite reicht technisch nicht aus. Der Server sendet bei jedem Seitenaufruf einen HTTP-Statuscode. Zusätzlich können Indexierungsanweisungen festgelegt werden. Beides hat unterschiedliche Aufgaben.
| Signal | Bedeutung | Wann sinnvoll? | Häufiger Fehler |
|---|---|---|---|
| 200 OK | Der Abruf war erfolgreich. | Eine normale, hilfreiche und tatsächlich vorhandene Seite. | Eine „Seite nicht gefunden“-Meldung liefert trotzdem 200. |
| 301 | Die URL wurde dauerhaft verschoben. | Die alte Seite hat eine passende dauerhafte Nachfolgerin. | Alle gelöschten Seiten pauschal zur Startseite umleiten. |
| 404 | Die angeforderte Seite wurde nicht gefunden. | Eine URL existiert nicht mehr und hat keinen passenden Ersatz. | Eine echte 404-Antwort als automatischen SEO-Schaden betrachten. |
| 410 | Der Inhalt wurde entfernt und gilt als dauerhaft weg. | Eine bewusst endgültig entfernte URL ohne Ersatz. | 410 als zwingend besser als 404 darstellen; beides ist zulässig. |
| noindex | Suchmaschinen sollen die abrufbare Seite nicht indexieren. | Eine Seite soll erreichbar bleiben, aber nicht in den Suchergebnissen stehen. | Den Crawling-Zugriff gleichzeitig per robots.txt blockieren. |
| 302 / 307 | Vorübergehende Weiterleitung. | Eine wirklich zeitlich begrenzte Verlagerung. | Für dauerhaft verschobene Inhalte eine temporäre Weiterleitung nutzen. |
Ein Statuscode wird serverseitig ausgegeben. Das Einfügen eines HTML-Textblocks in den IONOS-Editor ändert ihn nicht. Weiterleitungen, Indexierung und Fehlerseiten müssen in den dafür vorgesehenen Website- beziehungsweise Hosting-Einstellungen eingerichtet und anschließend getestet werden.
Eine Seite soll weiterhin über einen direkten Link erreichbar sein, aber nicht in Googles Index erscheinen. Dafür wird eine Indexierungsanweisung gesetzt, etwa <meta name="robots" content="noindex">
im HTML-Kopfbereich der betreffenden Seite.
Achte darauf: Google muss die Seite abrufen können, um die Anweisung zu erkennen. Eine robots.txt-Sperre ist deshalb kein verlässlicher Ersatz für noindex.
Für eine dauerhaft entfallene URL ohne passenden Ersatz sind beide Codes möglich. Google behandelt sie als Hinweis, dass die URL nicht mehr indexiert werden soll.
Wichtiger als die Wahl zwischen 404 und 410 sind ein korrekter Status, eine hilfreiche Fehlerseite und bereinigte interne Links.
Die Google Search Console zeigt dir unter anderem, welche Seiten organischen Suchtraffic erhalten und welche URLs Google nicht indexiert. So vermeidest du Entscheidungen nur nach Gefühl.
Öffne Google Search Console, wähle deine Website und notiere den Zeitraum. Für die Ausgangslage sind oft mehrere Monate hilfreicher als nur die letzten Tage.
Öffne den Leistungsbericht „Suchergebnisse“ und wechsle zum Tab „Seiten“. Prüfe Klicks, Impressionen, Suchanfragen und Entwicklungen wichtiger alter URLs. Vergleiche bei Bedarf zwei Zeiträume.
Im Bericht „Seitenindexierung“ bzw. „Seiten“ findest du Gründe, warum URLs nicht indexiert werden. Achte besonders auf „Soft 404“, „Nicht gefunden (404)“ und „Durch noindex-Tag ausgeschlossen“. Die genauen Bezeichnungen können sich ändern.
Gib die vollständige Adresse oben in die URL-Prüfung ein. Prüfe Indexierungsstatus, letzten Crawl und den Seitenabruf. Über „Live-URL testen“ siehst du, ob Google die aktuelle Fassung erreichen kann.
Öffne, falls verfügbar, den Bericht „Links“. Prüfe interne und externe Links auf wichtige alte Seiten. Der Bericht zeigt nicht zwangsläufig sämtliche Backlinks; ergänze bei Bedarf weitere Quellen.
Exportiere relevante Leistungsdaten, notiere Änderungen und prüfe die betroffenen URLs nach der Umsetzung erneut. Ein Aktualisieren oder Löschen führt nicht sofort zu messbaren Rankingveränderungen.
Kein Alarm bei jedem 404-Eintrag: Google empfiehlt nicht, jede unbekannte, tatsächlich nicht mehr existierende URL „zu reparieren“. Vorrang haben Fehler bei wichtigen, intern verlinkten oder in Sitemaps aufgeführten Seiten. Ein unerwarteter 404-Status für einen weiterhin benötigten Inhalt muss dagegen behoben werden.
Ein Soft-404-Fehler entsteht typischerweise, wenn eine URL den Status 200 („OK“) zurückgibt, obwohl die angezeigte Seite faktisch einen Fehler meldet, nahezu leer ist oder keinen eigentlichen Seiteninhalt liefert. Google kann solche Seiten als Soft 404 erkennen und von der Indexierung ausschließen.
Eine gelöschte Produkt-URL zeigt nur „Dieses Produkt existiert nicht mehr“, antwortet technisch aber mit 200.
Besser: 404/410 oder – falls vorhanden – eine echte passende Weiterleitung.
JavaScript-Probleme oder fehlende Ressourcen lassen die Seite für Google leer wirken.
Besser: URL-Prüfung nutzen, gerenderte Seite kontrollieren und Ladefehler beheben.
Ein Artikel ist noch vorhanden und beantwortet seine Suchabsicht. Trotzdem wird er als Soft 404 gemeldet.
Besser: Inhalt, Darstellung und technische Antwort prüfen, statt sofort zu löschen.
Wichtig bei Shops: Nicht jede ausverkaufte Produktseite ist automatisch ein Soft 404. Eine hilfreiche Detailseite mit klarer Verfügbarkeit, Produkteigenschaften und passenden Alternativen kann sinnvoll bleiben.
Diese Beispiele zeigen, warum du nicht jeder älteren URL dieselbe Maßnahme geben solltest.
Stimmen Daten, Suchintention und Nutzen noch?
Alte URL behalten oder passende neue URL festlegen.
Inhalte, Links, Statuscodes oder Weiterleitung ändern.
Google-Daten und Besucherführung beobachten.
„Gartenbewässerung im Sommer“ wurde vor Jahren veröffentlicht. Tipps sind nützlich, aber einzelne Geräte und Bilder überholt.
Maßnahme: Den Beitrag fachlich aktualisieren, Quellen prüfen und die vorhandene URL erhalten.
Eine Website erklärt „Kräuter auf dem Balkon pflegen“ und „Balkonkräuter richtig versorgen“ nahezu identisch.
Maßnahme: Nur bei tatsächlicher Suchintent-Überschneidung den stärkeren Artikel ausbauen und die andere URL passend per 301 umleiten. Interne Links aktualisieren.
Ein einmaliger Workshop aus 2021 wird nicht wieder angeboten und hat kein gleichwertiges Nachfolgeangebot.
Maßnahme: Falls der Rückblick keinen eigenen Nutzen hat, die URL entfernen und 404/410 ausgeben. Nicht auf eine unpassende Startseite weiterleiten.
Zusammenführen ist keine Pflicht: Zwei thematisch ähnliche Seiten können nebeneinander sinnvoll sein, wenn sie unterschiedliche Ziele erfüllen. Auch ein kanonischer Link ist kein Ersatz für eine echte Zusammenführung oder Weiterleitung, wenn die alte Seite vollständig entfallen soll.
Eine Produktseite muss nicht automatisch verschwinden, nur weil gerade kein Bestand vorhanden ist. Entscheidend ist, ob die Situation vorübergehend ist und ob Besucher weiterhin eine sinnvolle Antwort erhalten.
Behalte die hilfreiche Seite häufig unter der bestehenden URL. Zeige die Nichtverfügbarkeit klar an, halte Beschreibungen erreichbar und biete geeignete Alternativen oder Benachrichtigungen an.
Wenn das Nachfolgemodell Suchbedarf und Zweck wirklich abdeckt, kann eine 301-Weiterleitung zur passenden Produktseite sinnvoll sein. Prüfe, ob die alte Modellbezeichnung weiterhin eigene Informationsnachfrage hat.
Ist die Seite nicht mehr sinnvoll, sind 404 oder 410 möglich. Biete Besuchern eine freundliche Orientierung, aber lenke nicht ungefragt auf irgendeine beliebige Kategorie um.
Ein korrekter 404-Status und eine gute Nutzererfahrung widersprechen sich nicht. Die Fehlerseite darf freundlich gestaltet sein – solange der Server den tatsächlichen HTTP-Status 404 liefert.
Wichtig: Teste nicht nur das Aussehen. Prüfe auch, ob die URL wirklich den HTTP-Status 404 sendet.
„Diese Seite konnten wir leider nicht finden. Vielleicht wurde sie verschoben oder existiert nicht mehr. Über unsere Themenübersicht oder die Suche findest du hoffentlich schnell den passenden Inhalt.“
Dieser Text verbessert die Orientierung. Er ersetzt aber nicht den korrekten Fehlerstatus.
Hier wird häufig das falsche Google-Tool verwendet. Für eigene URLs, die du selbst verwaltest, gibt es andere Wege als für veraltete Treffer fremder Websites.
Ändere zuerst den tatsächlichen Zustand der Seite: Inhalt aktualisieren, weiterleiten, mit noindex versehen oder mit korrektem 404/410 entfernen. Nutze anschließend bei Bedarf die URL-Prüfung zum Anstoßen eines erneuten Crawls.
Wenn ein Ergebnis besonders schnell vorübergehend ausgeblendet werden muss, kannst du in der Search Console das Tool „Entfernungen“ verwenden. Das ist aber nur eine temporäre Ausblendung – üblicherweise für etwa sechs Monate – und ersetzt keine dauerhafte Lösung.
Das Google-Tool „Veraltete Inhalte aktualisieren“ ist vor allem für Fälle gedacht, in denen du die betreffende fremde Website nicht verwaltest und ein Ergebnis noch eine inzwischen gelöschte Seite oder wesentlich entfernte Inhalte zeigt.
Es löscht keine bestehenden Inhalte auf dem fremden Server und ist kein allgemeines Mittel gegen unerwünschte, aber weiterhin vorhandene Informationen.
Bitte nicht verwechseln: Ein Antrag bei Google verändert weder den HTTP-Status deiner Seite noch deine Website-Dateien. Die dauerhafte technische Lösung muss auf deiner Website selbst umgesetzt werden.
Eine Weiterleitung oder Löschung ist erst dann ordentlich umgesetzt, wenn Besucher und Suchmaschinen nicht mehr unnötig zu veralteten Adressen geführt werden.
Ändere Verweise in Navigation, Artikeln, Buttons und Themenübersichten auf die aktuelle Ziel-URL. Verlasse dich nicht dauerhaft auf eine Weiterleitungskette.
Eine dauerhaft gelöschte oder umgeleitete URL sollte nicht weiter als reguläre indexierbare Inhaltsseite in deiner Sitemap stehen. Prüfe gegebenenfalls die automatische Sitemap deines Systems.
Hat die alte Seite wertvolle externe Links, prüfe, ob es einen passenden Nachfolgeinhalt gibt. Eine 301-Weiterleitung kann sinnvoll sein, ist aber kein Freibrief für thematisch unpassende Ziele.
Prüfe mit einem Statuscode-Checker oder geeignetem Entwicklungstool, ob die alte und neue URL wirklich die vorgesehenen Statuscodes liefern und ob die Weiterleitung direkt zum Ziel führt.
Bei IONOS-Website-Builder-Seiten: Prüfe in den verfügbaren Seiteneinstellungen, ob eine URL-Weiterleitung oder die Suchmaschinenindexierung gesteuert werden kann. Nicht jede technische Maßnahme lässt sich durch Einfügen von HTML-Code im Seiteninhalt umsetzen. Falls eine Statuscode-Funktion fehlt, kläre die Möglichkeiten mit dem IONOS-Support.
Gehe diese Punkte durch, bevor du eine wichtige URL endgültig änderst. Du kannst die Häkchen direkt im Browser setzen.
Die Häkchen sind nur eine einfache Arbeitshilfe in deinem Browser und werden nicht dauerhaft gespeichert.
Nein. Eine korrekt gelöschte URL darf 404 oder 410 ausgeben. Ein 404-Status ist kein pauschaler negativer Rankingfaktor für deine gesamte Domain. Prüfen solltest du vor allem unerwartete Fehler auf wichtigen, intern verlinkten oder in deiner Sitemap eingetragenen Seiten.
Nein. Wenn die Suchintention unverändert bleibt und die bestehende URL sinnvoll ist, reicht oft die Aktualisierung derselben Seite. Ein neuer Artikel nur wegen der Jahreszahl kann unnötige Überschneidungen erzeugen.
Nein. Eine 301 ist sinnvoll, wenn es einen tatsächlich passenden dauerhaften Ersatz gibt. Ohne solche Alternative kann ein korrekter 404- oder 410-Status die ehrlichere und bessere Lösung sein.
Nein. Wenig Traffic allein beweist nicht, dass eine Seite nutzlos ist. Prüfe Suchintention, saisonale Nachfrage, interne Bedeutung, Datenzeitraum und die Möglichkeit einer Verbesserung.
Eine robots.txt-Sperre verhindert das Crawlen, ist aber kein verlässlicher Weg, um eine Seite aus den Suchergebnissen zu entfernen. Für eine zugängliche Seite eignet sich bei passender Zielsetzung noindex, das Google jedoch abrufen können muss.
Eine bereits gelöschte Seite wird nach erneuter Verarbeitung normalerweise aus dem Index entfernt. Für dringende Fälle gibt es bei eigenen URLs das temporäre Entfernungswerkzeug in der Search Console. Es ersetzt keine dauerhafte Status- oder Indexierungslösung.
Diese drei Anleitungen helfen dir beim Prüfen, Entscheiden und technischen Umsetzen. Die vollständige SEO-Themenübersicht findest du zentral an einer Stelle.
Die Hinweise orientieren sich an den verlinkten offiziellen Google-Dokumentationen. Funktionen und Menübezeichnungen der Search Console können sich verändern.